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	<title>simonhirscher.de &#187; Kulturflatrate</title>
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		<title>Neues von der Flatratefront</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 07:51:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>codethief</dc:creator>
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		<category><![CDATA[FileSharing]]></category>
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		<description><![CDATA[Über Wochen Monate habe ich jetzt an der neuen Version von simonhirscher.de gearbeitet. Dadurch, dass auf der Startseite bisher ja nur ein einziger Artikel zu sehen war, konnte ich natürlich nicht anders, als doch noch einmal über die Kulturflatrate nachzudenken. Zu Punkt 2 meines Artikels und Thaniells Vorschlag, den ich zitierte, fiel mir nun folgendes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über <span style="text-decoration: line-through;">Wochen</span> Monate habe ich jetzt an der neuen Version von simonhirscher.de gearbeitet. Dadurch, dass auf der Startseite bisher ja nur ein einziger Artikel zu sehen war, konnte ich natürlich nicht anders, als doch noch einmal über die Kulturflatrate nachzudenken. Zu Punkt 2 <a href="http://simonhirscher.de/posted/ein-wort-zur-kulturflatrate/">meines Artikels</a> und Thaniells Vorschlag, den ich zitierte, fiel mir nun folgendes ein, was vielleicht doch eine Möglichkeit darstellen könnte, die Kulturflatrate sinnvoll umzusetzen:</p>
<p>Künstler könnten einen &#8220;Pay me&#8221;-Button (anstelle der bekannten Donate-Buttons für PayPal) auf ihrer Website platzieren. Klickt der Nutzer darauf, landet er bei der offiziellen Website für die Kulturflatrate, wo er sich daraufhin digital authentifiziert.* Der Künstler bzw. Urheber landet daraufhin für einen bestimmten Zeitraum (z.B. 1 &#8211; 2 Monate) auf seiner persönlichen Gehaltsliste. Ebenso kann er auch direkt über die Seite nach Künstlern suchen, die vielleicht keine Website bzw. keinen Button haben. Vergisst er einen Monat einmal komplett, Urheber auf seine leere Liste zu setzen, wird er eben per Mail daran erinnert. (Ansonsten richtet sich die Verteilung seiner Gebühren eben nach den Angaben der restlichen Nutzer.)</p>
<p>Auf diese Weise wird auf Seiten der Konsumenten** gleichzeitig auch ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass Kultur etwas kostet. Da die Nachfrage aber nur schwer direkt messbar ist, muss eben auf derartige indirekte Mittel zurückgegriffen werden. Ich gehe davon aus, dass dieses Bewusstsein die Menschen letztlich dazu bewegen wird, die von ihnen zu entrichtende &#8220;Zwangsgebühr&#8221; nicht etwa indirekt ihren Enkeln, Brüdern, Eltern etc. zuzuschieben, sondern wirklich den Künstlern zukommen zu lassen, deren Werke sie durch dieses System im Besonderen fördern können. Ein solches System schafft außerdem die Transparenz, an der es GEZ und GEMA mangelt. (Ich weiß, es sind zwei völlig verschiedene Konzepte, aber es hat ja einen Grund, weshalb sie oft in einen Topf geworfen werden.)</p>
<p>Ebenso wird der Staat auch nicht in die Lage versetzt, darüber entscheiden zu müssen, was Kultur ist und was nicht. Im Prinzip könnte sich jeder als Künstler anmelden und wird entlohnt, sofern es einen Markt für seine Kunst gibt. Vielleicht wäre ein einmaliger Nachweis darüber, dass er etwas urheberrechtlich schützenswertes geschaffen hat,  notwendig, um &#8220;Registrierungsspam&#8221; zu vermeiden, aber über diese winzige Zugangsbeschränkung hinaus ist es aus meiner Sicht durchaus möglich, dieses Modell mit den Prinzipien des freien Marktes in Einklang zu bringen. Eine explizite Förderung bestimmter Kulturgüter durch den Staat wird dadurch im Übrigen nicht ausgeschlossen.</p>
<p>Sicherlich steht und fällt dieses System auch ein wenig mit der Unterstützung durch Software-Hersteller und die Künstler selber, aber dennoch ist es nicht zwingend abhängig davon. Entwickler von Programmen wie Winamp oder Banshee (Linux), könnten erfassen, welche Interpreten vom Nutzer besonders häufig gehört werden und ihm so vorschlagen, welche er auf seine Liste setzen kann. Der Nutzer könnte aber auch willkürlich entscheiden, welche Künstler er unterstützen will. Empfehlenswert wäre im Sinne oben genannter Transparenz auch, wenn er sehen könnte, wie viel einzelne Künstler insgesamt pro Monat erhalten, um so besser einschätzen können, ob die Künstler das erhalten, was sie verdienen.</p>
<p>Übrig bleibt ein mit Sicherheit nicht zu vernachlässigender Bürokratieapparat. Aber ich glaube, wir können es drehen und wenden wie wir wollen: Er ist notwendig, wenn Künstler bei einem weiterhin freien Internet entlohnt werden sollen. Immerhin ermöglicht dieses Modell die weitestgehende Entkoppelung der Distribution von der Bezahlung, sodass Künstler auch weiterhin den Vertriebsweg nutzen können, der ihnen am meisten zusagt.</p>
<p><em>*) Zum Thema Authentifierung: Dies soll ja mit dem neuen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Personalausweis_%28Deutschland%29#Einf.C3.BChrung_des_elektronischen_Personalausweises_.28ePA.29">elektronischen Personalausweis</a> ohnehin möglich sein. Andere Formen der digitalen Authentifizierung werden beispielsweise bei den Piraten im Rahmen eines Konzepts für <a href="http://www.public-software-group.org/liquid_feedback_konzept">Liquid Democracy</a></em><a href="http://wiki.piratenpartei.de/Liquid_Democracy"><em></em></a><em></em> <em><a href="http://wiki.piratenpartei.de/Liquid_Democracy">erörtert</a>.</em></p>
<p><em>**) Ich mag das Wort &#8220;Konsument&#8221; in dem Zusammenhang eigentlich nicht, da es impliziert, dass Kultur &#8220;verbraucht&#8221; wird, was im Computer-Zeitalter jedoch eindeutig nicht zutrifft.</em></p>
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		<title>Ein Wort zur Kulturflatrate</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 14:49:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>codethief</dc:creator>
				<category><![CDATA[I think about]]></category>
		<category><![CDATA[FileSharing]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturflatrate]]></category>
		<category><![CDATA[PIRATEN]]></category>

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		<description><![CDATA[Eben bin ich über den Artikel von Markurs Beckedahl gestolpert, der ein Interview mit Jens Seipenbusch, dem Vorsitzenden der Piratenpartei, kommentiert, in dem es um die Kulturflatrate geht. Die Aussagen von Seipenbusch als auch die Kommentare zu dem Artikel brachten mich dazu, mal genauer über diesen Lösungsansatz für Urheberrechtsverletzungen zu räsonieren&#8230;
Eine Kulturflatrate soll als Ausgleich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eben bin ich über den Artikel von Markurs Beckedahl gestolpert, der ein Interview mit Jens Seipenbusch, dem Vorsitzenden der Piratenpartei, <a href="http://www.netzpolitik.org/2009/piratenpartei-zur-kulturflatrate/">kommentiert</a>, in dem es um die Kulturflatrate geht. Die Aussagen von Seipenbusch als auch die Kommentare zu dem Artikel brachten mich dazu, mal genauer über diesen Lösungsansatz für Urheberrechtsverletzungen zu räsonieren&#8230;</p>
<p>Eine Kulturflatrate soll als Ausgleich für die vollständige Legalisierung der Privat-, also der nicht-kommerziellen, Kopie dienen. Zu diesem Zweck soll eine allgemeine, pauschale Gebühr auf Internetzugänge erhoben werden und das so zusammengetriebene Geld auf die Urheber verteilt werden. Ich sehe dabei nur folgende Probleme:</p>
<p>1. Die Kulturflatrate muss von staatlicher Seite eingerichtet und beaufsichtigt werden. Das bedeutet, jeder Urheber muss sich an zentraler Stelle registrieren, um eine Vergütung zu erhalten. Wie viele Millionen Urheber inkl. Adresse, Kontodaten usw. muss das Bundesamt <span style="text-decoration: line-through;">für die Flatratekultur</span> für die Kulturflatrate denn dann verwalten? Das werden mit Sicherheit nicht weniger werden, sondern zunehmend mehr, da in Zeiten von <span style="text-decoration: line-through;">YouPorn</span> YouTube und Flickr jeder eigene Werke veröffentlichen kann. Lohnt sich ein solch riesiger Verwaltungsapparat denn, um 90% der Künstler dann jeden Monat 3 ct zu überweisen?</p>
<p>2. Nach welchem Schema sollen die eingenommenen Gebühren unter den Künstlern verteilt werden? Wie soll festgestellt werden, welche Künstler bzw. Werke besonders beliebt / erfolgreich sind? Wenn wir schon darüber reden, dass FileSharing praktisch nicht durch die Musikindustrie zu kontrollieren ist und deshalb nur eine Flatrate die Lösung sein kann, seien wir doch auch hier realistisch: Es ist <strong>unmöglich</strong>, den gesamten Internetverkehr zu überwachen, um festzustellen, welche Werke wie oft kopiert werden.  Sowohl von der technischen als auch von der rechtlichen Seite her.</p>
<p>Von dem Ansatz, eine FileSharing-Software für die Allgemeinheit zu entwickeln (s. Kommentar Nr. 57 zu Markus&#8217; Artikel), um anonymisierte Statistiken zu sammeln, halte ich auch nichts. Es werden zum einen nicht alle mitmachen (der Querschnittsgedanke funktioniert bei hundertausenden Urhebern nicht, irgendjemand bleibt definitiv auf der Strecke), und zum anderen wird doch nicht nur Musik getauscht, sondern auch literarische Werke, Bilder, Software. Sollen Flickr, Google &amp; Co. jetzt alle auf ein System für den Austausch von urheberrechtlich geschützten Daten umstellen? Von den unzähligen Möglichkeiten der Manipulation einmal abgesehen&#8230;</p>
<p><a href="http://www.hanno.de/blog/">Hanno Zulla</a> schreibt dazu folgendes:</p>
<blockquote><p>Wenn ich für Downloads sogar bares Geld erhalte, buche ich als Bandmanager/Plattenfirma/Künstler doch sofort ein Botnet.</p></blockquote>
<p>Führen wir auf der anderen Seite Pauschalbeträge ein, die an die Künstler gezahlt werden, wird es keinen Wettbewerb mehr geben. Ich als unmusikalisches Irgendwas würde dann genauso viel bekommen wie Madonna, alleine dadurch, dass ich mich als Urheber registriere. Oder führen wir Vergütungsklassen ein, wobei der Künstler die Verbreitung seiner Werke selber nachweisen muss? Schwer vorstellbar.</p>
<p>3. Wie sieht es mit der EU-weiten oder sogar internationalen Durchsetzung von Urheberrechten aus? Bisher erfolgte dies insbesondere über Verwertungsgesellschaften, wie die GEMA für Musik und die VG Wort für Druckerzeugnisse, die sich auch im Ausland für eine Einhaltung des Urheberrechts stark machten (das weiß ich zumindest in Bezug auf die VG Wort, da meine Mutter als Autorin mit denen zu tun hat). Wird nun hier der Deutsche Staat für seine Künstler eintreten?</p>
<p>4. Hervorheben möchte ich auch folgenden Kommentar von <a href="http://losehand.net">Joachim Losehand</a>:</p>
<blockquote><p>Zum Zweiten löst eine Kulturflatrate nicht das große Problem, dem sich Kulturschaffende bzw. Urheber gegenüberstehen: Nämlich die Einstellung der Nutzer (Konsumenten) zum Wert künstlerischer Arbeit. Künstlerisches Werk, das durch eine Generalabsolution finanziell abgegolten ist, wird im Bewußtsein der Nutzer (Konsumenten) nicht mehr wert, der ideelle Wert wird aufgrund der universellen Verfügbarkeit (weiter) sinken.</p></blockquote>
<p>Ich hoffe, Befürworter der Kulturflatrate sehen das als rein konstruktive Kritik. Ich suche auch verzweifelt nach einer Lösung, habe aber leider keine parat. Die Kulturflatrate scheitert für mich jedoch an zu vielen Punkten.</p>
<p>In den Kommentaren bin ich auch auf einen <a href="http://www.netzpolitik.org/2009/netzpolitik-podcast-075-die-kulturflatrate/">Podcast</a> gestoßen. Den werde ich mir mal antun.</p>
<p><strong>Update:</strong></p>
<p>Thaniell schreibt in den Kommentaren:</p>
<blockquote><p>Wie wäre es denn mit einer Demokratisierung des Prozesse, jeder Nutzer der Zahlen muss, kann selbst bestimmen wem er wieviel von seinem Pott abgeben will, ansonsten kommt ein nur grob mainstreamig bestimmter (absolute gemessene Downloads/Charts) zum Einsatz? Dann liegt es an den Nutzern ihre Künstler zu unterstützen, damit die weiterproduzieren.</p></blockquote>
<p>Interessanter Ansatz&#8230; aber werden sich <span style="text-decoration: line-through;">Power-Leecher</span> die Leute wirklich bemühen, ihre Vergütungsliste aktuell zu halten? Wie viele Urheber sollen auf solchen Listen auftauchen? Sind sich die Leute überhaupt darüber im Klaren, wann sie  fremde Werke nutzen? Die Faulheit, nur einige wenige der unzähligen Urheber auf die Liste zu setzen, dürfte mit Sicherheit siegen.</p>
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